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Eine ganz besondere Erfolgsstory aus dem Berufsförderungswerk in Bad Pyrmont

Arbeitsangebot noch im Praktikum: Ein OTM-Handwerker mit Zuversicht

Dienstag 1. September 2020 - Bad Pyrmont / Berlin (wbn). Wer in Wechselschichten arbeitet, lebt gegen die innere Uhr, denn Leistungsfähigkeit und Gemütslage sind abhängig von unserem Biorhythmus. Das ist die Ausgangslage einer Erfolgsstory über einen „OTM-Handwerker“ mit Zuversicht.

Silvia Maaß vom Berufsförderungswerk in Bad Pyrmont hat für die Weserbergland-Nachrichten.de diese bemerkenswerte Weichenstellung in einem Beitrag anschaulich dargestellt.

Von Silvia M a a ß

Jens Schreiber arbeitete in der Industrie im 4-Schicht System, als ihn zunehmende Schlaflosigkeit plagte und sich sein Gesundheitszustand verschlechterte. Erst nach langem Anraten seiner Hausärztin kündigte Jens Schreiber und beantragte eine Medizinische Reha.  „Hier kam die Bestätigung, dass ich weder in Wechselschicht noch im ursprünglich gelernten Beruf als staatlich anerkannter Heilerziehungshelfer arbeiten könne,“ sagte Jens Schreiber und beantragte, mit der Unterstützung einer Sozialarbeiterin, noch während der medizinischen Reha, die berufliche Reha über die Rentenversicherung (Leistung zur Teilhabe).

(Zum Bild: Jens Schreiber - Ausstieg aus der Wechselschicht in eine neue Arbeitswelt. Foto: Ramon Seltz / Berufsförderungswerk)

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„Wusste nur, dass ich etwas Sinnvolles für Mensch und/ oder Natur für mich anstrebte und mit den Händen arbeiten wollte. Dann fand ich eine Anregung in Richtung Orthopädietechnik,“ berichtete Jens Schreiber. Die Vertreterin der Rentenversicherung freute sich darüber, dass es noch Leute gebe, die „Handwerk“ machen wollten. Doch für eine endgültige Entscheidung wollte Jens vorher unbedingt in die Praxis schauen.

„Mein Vorpraktikum in der Hauptwerkstatt Berlin bei „Seeger hilft“ war sehr interessant und gleichwohl verunsichernd. Mir gestellte Übungsaufgaben hatte ich für einen Berufsfremden zum Erstaunen des Meisters äußerst exakt ausgeführt. Wenn ich jedoch die Arbeiten der Altgesellen sah, fragte ich mich, ob ich den Anforderungen auch gewachsen sei“, meinte Jens Schreiber.

Sein bester Freund sagte ihm dazu, dass es nur darauf ankomme, dass er sich damit identifizieren könne. Den Rest lerne man schon. Und genau so kam es dann.  Heute arbeitet Jens, nach der im Juni 2020 bestandenen Abschlussprüfung, als Orthopädietechnik-Mechaniker in einer Filiale des Berliner Unternehmens Seeger, von der er schon während seiner Praktikumszeit ein Arbeitsangebot bekam. Die Stelle liegt wohnortnah und Jens Schreiber freut sich über Anspruch und Abwechslung in seinem neuen Beruf.

„Für mich als Ausbilder war es immer ein Mehrwert, wenn Herr Schreiber in der theoretischen oder praktischen Ausbildung zugegen war. Seine erfrischende und humorvolle Art, sein herzhaftes Lachen und zugleich seine analytische und konzentrierte Arbeitsweise, die er gern in den Dienst der Lehrgangsgemeinschaft stellte, machten ihn zu einem wertvollen Teamplayer, mit dem man einfach gern arbeitete. Er weiß um seine Stärken, aber auch um seine Schwächen und agiert aus diesem Wissen heraus sehr maßvoll und zielorientiert. Ich wünsche ihm ein gutes Ankommen und viel Erfolg auf diesem neuen Weg.“

Transparenzhinweis der Redaktion: Diese Reportage basiert auf Informationen des Berufsförderungswerkes in Bad Pyrmont und inn-tegrativ.de

 

 

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