CDU-Umweltexperte Martin Bäumer hat da einen Verdacht

Werden die aktuellen Zahlen der Wölfe in Niedersachsen und in Deutschland zurückgehalten?

Samstag 6. November 2021 - Hannover (wbn). Werden aus politischen Gründen die aktuellen Wolfszahlen in Deutschland zurückgehalten?

Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Martin Bäumer, hat da einen Verdacht: „Dass das Bundesamt für Naturschutz (BfN) trotz des Stichtages für das bundesweite Wolfmonitoring am 30. April bis heute noch keine aktuellen Zahlen veröffentlicht hat, ist weder nachvollziehbar noch transparent.

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In Anbetracht der Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene habe ich den Verdacht, dass die Verzögerung der Bekanntmachung politisch motiviert ist“. Und weiter: „Die niedersächsische Wolfspopulation nimmt stetig zu. Dies belegen auch die Populationszahlen des Wolfsmonitorings der vergangenen Jahre der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW). Mit der Zunahme des Wolfbestandes nehmen leider auch die Konflikte zu“.

Um den zunehmenden Konflikten angemessen zu begegnen sei neben präventiven Maßnahmen auch die Bejagung für ein nachhaltiges Management nötig. Der gesunde Erhaltungszustand der Population müsse hierbei die Maßgabe sein. Vorreiter für ein aktives Wolfsmanagement sind die skandinavischen Länder, in denen Wölfe maßvoll zur Bestandsregulierung bejagt werden können. Das finnische Landwirtschaftsministerium genehmigte vor kurzem die Bejagung von Wölfen in den Regionen, in denen Wölfe nachweislich Schäden an Nutztieren verursacht hatten und setzte eine Quote von 20 Individuen fest. Finnische Fachleute und Experten sind der Auffassung, dass ein gesunder Erhaltungszustand der Wolfspopulation bei etwa 24 Rudeln sichergestellt ist. Im Vergleich - Deutschland ist nur rund 20.000 Quadratkilometer größer als Finnland und deutlich dichter besiedelt.

„Wir brauchen endlich die Festlegung einer Bestandsuntergrenze und eine Überarbeitung des Monitorings nach französischem Vorbild in Deutschland“, fordert Martin Bäumer.