Es geschah schon in Elze, Springe, Bad Salzdetfurth, Bad Nenndorf und jetzt in Alfeld

Lügenbaron Münchhausen wäre blass geworden: Rumänen erzählen am Straßenrand das Märchen vom leeren Benzintank und der kranken Frau

Duingen/Alfeld (wbn). Achtung: Betrüger aus Rumänien versuchen die Hilfsbereitschaft von Autofahrern im Weserbergland zu missbrauchen. Sie täuschen einen Notfall vor, erzählen Märchengeschichten von einer schwangeren oder kranken Frau und bitten ganz aufgeregt um Geld um Benzin  zu kaufen.

Angeblich haben sie den Benzintank leergefahren und sind mittellos.  Zum Nachweis tiefster Dankbarkeit für die quasi erzwungene Hilfsbereitschaft gibt’s dann einen warmen Händedruck – und wenn es hochkommt einen angeblich „goldenen Ring“. Jüngster Fall: Am Donnerstag, gegen 17.30 Uhr, fiel einem 46-jährigen Autofahrer aus Duingen auf der Bundesstraße 3 in Alfeld-Limmer ein angeblich liegengebliebener Pkw Audi auf.  Ein 30-jähriger Rumäne bat mit der professionellen Aufgeregtheit einer Straßentheatertruppe um Benzingeld – und erzählte dann die klassische Lügengeschichte. Der Duinger Autofahrer fiel prompt darauf rein und zückte seinen Geldbeutel, machte 20 Euro locker.

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Da nützte auch nicht viel, dass er sich den Pass des Ausländers zeigen ließ, der – so ist anzunehmen – selbstverständlich echt ist. Jetzt sind beide reicher geworden. Der Duinger um eine Erfahrung, der Rumäne um 20 Euro. Ach ja: Den obligatorischen Goldring als Liebesbeweis gab’s natürlich auch. Weiteres erzwungenes Landstraßen-Samaritertum gab es in letzter Zeit im Bereich Elze, Springe, Bad Salzdetfurth und Bad Nenndorf.  Und entsprechend viele Goldringe für herzerweichende Spontanfreundschaften am Straßengraben.