Wie funktioniert ein AKW-Rückbau am besten?

Landkreis-Kommission zu Gast in Würgassen

Mittwoch 26. Mai 2021 - Emmerthal / Würgassen (wbn). Kann der Landkreis Hameln-Pyrmont beim Rückbau des Kernkraftwerks Grohnde vom Wissen und der Erfahrung der "Nachbarn" profitieren? Die Begleitkommission "BK Grohnde" ist jüngst in Würgassen zu Besuch gewesen, um sich über die Praxis zu informieren.

Die Kommission hatte zuvor im vergangenen Jahr ihre Arbeit aufgenommen. Das erklärte Ziel der Mitglieder ist die Begleitung des Kernkraftwerks Grohnde bis zum Rückbau im Jahr 2039 - also über einen Zeitraum von nunmehr noch mindestens 18 Jahren.

(Zum Bild: Interessanter Anblick: So sieht das Kraftwerk Würgassen heute aus. Kann der dortige Rückbau als Best-Practice-Modell für Grohnde dienen? Foto: Landkreis Hameln-Pyrmont)


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Nachfolgend geben die Weserbergland-Nachrichten.de die Mitteilung der BK Grohnde im Wortlaut wieder:

"Das Kernkraftwerk Grohnde wird bekanntermaßen zum 31.12.2021 seinen Leistungsbetrieb einstellen, im Anschluss beginnt die rückbauvorbereitende Maßnahme, der sog. Nachbetrieb. Mit Inanspruchnahme der 1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung (1. SAG) Anfang 2023 beginnt der Rückbau.

Die für die Begleitung des Rückbaus eigens vom Hameln-Pyrmonter Kreistag beschlossene und gegründete Begleitkommission „BK Grohnde“ hat im letzten Jahr ihre Arbeit aufgenommen und begleitet das Kernkraftwerk Grohnde politisch und gesellschaftlich bis zum konventionellen Rückbau voraussichtlich Ende 2039.

Am 20.05.2021 war die BK Grohnde auf Einladung des Betreibers im Kernkraftwerk Würgassen zu Besuch, um sich über die praktische Seite eines Rückbaus informieren zu lassen.

Vor der Begehung wurden die Besucher zunächst von dem Leiter des Kernkraftwerkes Markus Wentze über den bisherigen Verlauf des Rückbaus informiert.

Im Anschluss daran machte sich die BK Grohnde vor Ort ein Bild und war beeindruckt von den rohbauähnlichen Zuständen, die sie dort erwartete.

Nach 17 Jahren frei von radioaktiver Strahlung, bleiben vor Ort große, leere Hallen neben den Zwischenlagern, in denen der schwach- und mittelradioaktive Abfall im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben sicher lagert.

Für die im Rückbau demnächst in Grohnde anfallenden schwach- und mittelradioaktiven Abfälle wird zunächst eine Transportbereitstellungshalle (TBH) für die Lagerung errichtet.

„Die Zuständigkeit für den Rückbau liegt beim Betreiber. Es ist uns allen aber ein großes Anliegen, regelmäßig im Gespräch mit der Betreiberin Preussen Elektra zu sein und neben Informationen auch einen fachlichen Austausch zu fördern, um Fragen aus der Bevölkerung gut beantworten zu können“, so die Kommissionsmitglieder übereinstimmend."