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Kein Witz: Landkreis Hameln-Pyrmont bekommt zum Geburtstag eine eigene "Symphonie"

Von Ralph Lorenz

Hameln (wbn). Nein, es ist kein Aprilscherz. Der Landkreis Hameln-Pyrmont wird eine eigene Symphonie erhalten. Zum 125. Geburtstag und nach einem denkwürdigen Streichkonzert der finanziellen Art im Kreistag, das von allerlei Misstönen und Paukenschlägen begleitet war und ist.

Auf das musikalische Ereignis, eben jene Präsentation des musikalischen Werkes, dessen Urheber und Komponist der Landrat noch in seinem Herzen begräbt, dürfte sich Rüdiger Butte besonders freuen. Irgendwie und sinnigerweise passt das auch zusammen: die filigrane Handhabung des Rotstiftes – in Moll – und die in den einschlägigen Tempi vorgetragene Sinfonie unter der Knute des Taktstockes eines noch unbekannten aber mutmasslich durchsetzungsfähigen Dirigenten.

Butte wird jedenfalls nicht im Frack an der musikalischen Front stehen, obwohl er Misstöne ganz gut in den Orchestergraben verbannen kann. Ganz beiläufig, mit Sinn für Timing hat er die Symphonie-Nachricht fürs gehobene Feuilleton heute bei einer Pressekonferenz durchsickern lassen. Die Journalisten waren schon dabei gewesen den Stift wieder einzustecken. Am 3. Juni anlässlich der Feierlichkeiten des Landkreises zum 125-jährigen Bestehen wird das große Werk zu hören sein. Und Ministerpräsident Christian Wulff wird in der ersten Reihe sitzen bei dieser Premiere, die mutmaßlich dem Landkreis Hameln-Pyrmont eine Sonderstellung im Konzert der niedersächsischen Landkreise geben wird. Denn mal ehrlich: Welcher Kreis im Flächenland der Rüben und Borstenviecher hat schon eine eigene Symphonie als musikalische Visitenkarte?

Das Wort aus dem Altgriechischen muss man erst einmal fehlerfrei schreiben können. Am 1. April 1885 wurde der damalige Kreis Hameln aus den Städten Hameln und Bodenwerder sowie den Ämtern Hameln, Polle und Lauenstein gebildet. Seitdem hat das Kreisgebilde an der Weser eine wechselvolle Geschichte erfahren. Die wird in einer Wanderausstellung dokumentiert werden, die durch die Städte und Gemeinden vornehmlich in den Filialen der kreisnahen Sparkasse Weserbergland tourt. Soviel zur Kreisgeschichte – was die Zukunft betrifft, da ist mit Horst W. Opaschowski extra ein „Zukunftsforscher“ beauftragt worden, der in der Jubiläumsveranstaltung einen zukünftigen Vortrag halten wird.

Nach der Landkreis-Symphonie die Zukunftsarie von Opaschowski

Opaschowski wird von der Süddeutschen Zeitung zum Beispiel dafür gerühmt, dass er mit seinen Prognosen das Publikum auf eine Achterbahnfahrt mitnimmt – es in die Höhe katapultiert, um es wieder in die Tiefe zu reißen. In der Tiefe, haushaltsmässig, ist der Landkreis bereits – also erhofft das erlauchte Publikum am 3. Juni von Opaschowski den ultimativen Höhenflug in eine sonnige Zukunft, gern auch mit mehreren Landkreisen unter einem Weserbergland-Dach. Die Gesamtkosten für das Jubiläum bewegen sich in einer niedrigen Zahl in fünfstelliger Höhe. Ursprünglich hatte das Organisationsteam um Wirtschaftsförderer Andreas Manz ein umfangreiches Festprogramm in unbekannter Höhe geplant. Manz saß in der Pressekonferenz neben Butte, lächelte artig und schwieg heftig. Was hätte der spar-geflämmte Zeremonienmeister mit den großen Ideen und dem kleinen Budget auch verkünden sollen?

 

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