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Richter und Staatsanwaltschaft zur Bluttat von Delligsen: Es war Mord aus niedrigen Beweggründen

Kurz vor Mitternacht gab der Lebenspartner der Mutter die grausame Bluttat zu: Amtsrichter schickte ihn umgehend in U-Haft

Delligsen/Hildesheim (wbn). „Mord aus niedrigen Beweggründen“ – so sehen das Amtsgericht Hildesheim und die Hildesheimer Staatsanwaltschaft die unfassbare Bluttat, die in Abwesenheit der Mutter hinter der Fassade des adretten Fachwerkhaus in dem beschaulichen Ort Delligsen geschehen ist. Demzufolge hat der 26 Jahre alte Lebensgefährte den erst fünf Jahre alten Julian auf bestialische Weise umgebracht.

Er stand unter Drogen, wie er in den stundenlangen intensiven Verhören durch die Kripo selbst zugegeben hat. Amphetamine sollen im Spiel gewesen sein. Die Vernehmungen dauerten bis gestern Abend kurz vor Mitternacht. Dann gab der 26-Jährige zu das wehrlose Kind schon in der Nacht von Montag auf Dienstag schwer misshandelt und getötet zu haben. Im Drogenrausch. Stundenlang. Angeblich habe der kleine Julian ihn „zur Weißglut gebracht“, „provoziert“. „Provoziert werden“, das ist die verräterische Sprache einer bestimmten Szene. Die Mutter des Kindes war zu diesem Zeitpunkt mit ihrem anderen Kind im Krankenhaus.

Als sie nach Hause kam fand sie ihren Sohn nicht vor. Der Stiefvater des Kindes muss gelogen haben, dass sich die Balken biegen. Er beteiligte sich an der Suchaktion nach dem Kind, schaute offenbar seelenruhig zu wie 60 Feuerwehrleute und Polizisten aus Delligsen und Göttingen zusammen nach dem am Dienstag von der Mutter vermisst gemeldeten Jungen suchten, ein Polizeihubschrauber mit einer Wärmebildkamera über dem 3500-Einwohner-Ort Delligsen kreiste. Dabei wusste der nunmehr des Mordes beschuldigte Lebensgefährte der Frau ganz genau wo der leblose Körper des Jungen liegt. In einem  Verschlag auf dem Hausgrundstück, unter Gerümpel versteckt… Der leibliche Vater des Kindes lebte derweil getrennt von der Familie, hatte sich verzweifelt an der Suchaktion beteiligt und war, wie Augenzeugen geschildert haben, nur noch ein Häufchen Elend, als der Tod des Kindes schreckliche Gewissheit geworden war. Das Drama lässt sich erst in diesen Stunden in seiner Tragweite erahnen. Die von der Staatsanwaltschaft Hildesheim nunmehr zutage geförderten Details übertreffen die schlimmsten Befürchtungen der Einwohner in diesem Dorf, die seit gestern von der Todesnachricht geschockt sind. Auch, weil viele im Rahmen der Nachbarschaftshilfe sich an der Suche nach dem kleinen Julian bis spät in die Nacht beteiligt hatten.

Was der Staatsanwalt mitteilt

Hier die offizielle Stellungnahme der Staatsanwaltschaft Hildesheim: „Das Amtsgericht Hildesheim hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft am späten Abend des 18.08.2010 die Untersuchungshaft gegen einen 26-jährigen Mann aus Delligsen wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes an einem 5-jährigen Jungen aus Delligsen angeordnet. Das getötete Kind war am 18.08.2010 im Rahmen einer groß angelegten Suchaktion von Polizei und Feuerwehr in der unmittelbaren Nähe des Elternhauses gefunden worden. Der Zustand der Leiche und die Auffindesituation begründen den Verdacht eines Tötungsdelikts, der sich im Laufe des Tages gegen den festgenommenen Beschuldigten richtete. Der 26-jährige wurde vom zuständigen Hildesheimer Staatsanwalt gegen 18.00 Uhr dem Haftrichter vorgeführt. Während einer bis ca. 23.00 Uhr dauernden Vernehmung durch Haftrichter und Staatsanwalt gab der Festgenommene zu, das Opfer in der Nacht vom 16./17.08.2010 stundenlang misshandelt und gedemütigt zu haben. Das Kind verstarb nach dem Ergebnis der durchgeführten Obduktion an inneren Blutungen. Der Beschuldigte hat u.a. angegeben, das Opfer habe ihn "provoziert". Es habe ihn zur Weissglut gebracht. Er habe zudem während des Tatgeschehens und zuvor Rauschgift konsumiert.Die Mutter des getöteten Kindes hat sich in der Tatnacht mit einem anderen ihrer Kinder im Krankenhaus aufgehalten. Das Amtsgericht Hildesheim hat am 18.08.2010 gegen 23.30 Uhr einen Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen erlassen.“ Oberstaatsanwalt Bernd Seemann fügte dieser Pressemitteilung noch folgende Erklärung hinzu: "Ich danke der Polizei für den zügigen Fahndungserfolg in einem Fall, der die Öffentlichkeit bewegt und das Sicherheitsgefühl der Allgemeinheit beeinträchtigt hat".

 

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