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So'n Mist aber auch

Lemgoer Rotmilan bei Barcelona gesichtet – Aber dort ist es genau so kalt wie im Weserbergland

Lemgo/Hameln (wbn). Wo verbringen die Reiselustigen unter den lippischen Nachbarn des Weserberglands den kalten Winter? Vorzugsweise in Spanien natürlich. Doch angesichts der derzeit vorherrschenden Witterungsverhältnisse wäre es auch besser gewesen gleich hier zu bleiben: Ein Rotmilan aus dem benachbarten Lippe sitzt jetzt bei 3 Grad im gefrierenden Nebel in der Region von Madrid.  Dumm gelaufen.

Die Nachricht, die der Billerbecker Heiko Seyer jetzt aus Spanien erhielt, ist eine Schlagzeile wert. In Palau d’Anglesola, einem kleinen Ort nordwestlich von Barcelona, wurde jetzt der Rotmilan R 3 entdeckt. „Dabei handelt es sich um einen Rotmilan aus Lemgo, der im Juni 2012 von Prof. Dr. Oliver Krüger von der Universität Bielefeld beringt wurde und dabei seine individuelle Flügelmarke bekommen hat“, weiß Seyer über die Herkunft des Greifvogels zu berichten. Der Lemgoer Milan ist der erste lippische Rotmilan, dessen Überwinterung in Spanien dokumentiert wurde.

(Zum Bild: Ein junger lippischer Rotmilan. Foto: Kreis Lippe)



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Vermutlich hat er die Pyrenäen auf der östlichen Passage überquert. Die meisten, der in Spanien überwinternden Rotmilane überqueren die Gebirgskette dagegen im Westen bei Pamplona. Seit 2010 werden im Kreisgebiet Milane beringt und mit Flügelmarken markiert.

Hierbei handelt es sich um ein Projekt der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Lippe. „Anhand der gut sichtbaren Flügelmarken können wir den Lebenslauf eines Milans aufzeigen. Je mehr Meldungen wir erhalten, desto genauer kennen wir seine Flugrouten“, berichtet Seyer, der bei der Beringung von Milan R 3 mit dabei war. In Spanien werden in den kommenden Monaten landesweit  Rotmilane gezählt, eine aufwendige Aktion, die nur alle zehn Jahre wiederholt wird. „Vielleicht ist dann ein weiterer lippischer Milan mit dabei“, hofft der Billerbecker.

Anmerkung der Redaktion: Eine Wetterrecherche der Weserbergland-Nachrichten.de hat ergeben, dass zur Zeit dort in Palau d’Anglesola, 3 Grad, gefrierender Nebel, Luftfeuchtigkeit 90 Prozent, dafür aber Wind nur 3 km/h vorherrschen. In Hameln dagegen sind es zur Zeit ebenfalls 3 Grad, wolkig, Luftfeuchtigkeit 86 Prozent – und Wind 2 km/h. Mit anderen Worten, das lippische Federvieh hätte auch gleich um die Ecke nach Hameln fliegen und die gleichen Witterungsbedingungen antreffen können und eine Menge Flugkilometer gespart. War es den Verlockungen eines Flugreise-Veranstalters auf den Leim gegangen?

 

 

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